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Trauerbegleitung

hinten von links:
Mechthild Pöppe , Ursula Wallmann
vorne von links:
Sabine Middelberg, Jeannette Meier

Zur Landesarbeitsgemeinschaft

Befähigung ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen zur Trauerbegleitung

Vier Mitarbeiter des Hospiz Abendstern nahmen an der Fortbildung „Befähigung ehrenamtlicher Hospizmitarbeiterinnen zur Trauerbegleitung“ von Januar bis März 2008 in Lingen, unter der Leitung von Frau Gertrud Boskamp vom Trauerinstitut Deutschland e. V., mit Erfolg teil.
Der Kurs umfasste 72 Unterrichtsstunden und entspricht dem Standard der Bundesarbeitsgemeinschaft Qualifizierung zur Trauerbegleitung für die kleine Basisqualifikation.
Themen waren u.a. Verschiedene Trauermodelle und Aufgaben; Systemische Zusammenhänge; Ressourcen im Trauerprozess; Gesprächsführung; Spiritualität, Schuld und Rituale in der Trauerbegleitung; Erschwerte Trauer; Ziele und Zielbestimmung in der Trauerbegleitung; Selbstschutz.

"Gesetzliche Betreuung ist keine Entmündigung"

bk Salzbergen.
Gesetzliche Betreuung ist keine Entmündigung. Mit diesem oft noch verbreiteten Vorurteil konnte Wolfgang Nentwig, Richter am Amtsgericht Nordhorn, auf der Delegiertenversammlung des Hospiz-Teams "Abendstern" in Salzbergen aufräumen.

Dankten dem Richter Wolfgang Nentwig (Mitte) für das aufschlussreiche Referat: Helmut Heitz und Anni Brinker vom Vorstand des Hospiz-Teams „Abendstern“.

Foto: Anne Bremenkamp

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Wolfgang Nentwig ist einer von drei Richtern in Nordhorn, die sich mit Familien- und Betreuungssachen beschäftigen. Das Hospiz-Team hatte ihn eingeladen, um zu erfahren, welche Rechte vor allem der Betreute, aber auch der gesetzliche Betreuer hat. Denn in der Hospizarbeit werden die ehrenamtlich Tätigen oft mit einem gesetzlichen Betreuer konfrontiert.

Viele Menschen können aufgrund einer psychischen Krankheit, einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung ihre persönlichen Angelegenheiten teilweise oder sogar gar nicht mehr besorgen. Immer mehr junge Menschen haben psychische Probleme oder sind suchtkrank, ältere Menschen leiden zunehmend an psychischen Störungen oder Altersverwirrtheit. Und immer mehr Menschen, gleich welchen Alters, können bei alledem nicht mehr auf die Hilfe von Angehörigen zählen. Daher gibt es seit 1992 die "gesetzliche Betreuung".

Die gesetzliche Betreuung werde vom Gericht angeordnet und sei abzugrenzen von einer sozialen Betreuung. In der gesetzlichen Betreuung vertrete der Betreuer den Betreuten in Rechtsgeschäften, so Wolfgang Nentwig, der ausdrücklich betonte: "Eingriffe in Rechte der Betroffenen sind nur so weit und so lange zulässig, wie dies erforderlich ist. Wenn der Betreute in der Lage ist, selbst zu entscheiden, dann geht dessen Entscheidung immer vor."

Zudem würden dem Betreuer nur Aufgaben zugewiesen, für die der Betreute Unterstützung braucht. Ob ein Mensch selbst entscheiden könne, sei eine Sache der Wahrnehmung.

„Palliativstation ist nicht die Endstation“

bk Salzbergen.
„Stellen Sie einen Kranken nicht auf ein Tablett, nehmen Sie ihm nicht alles ab, ersticken Sie ihn nicht in Liebe! Ein schwer kranker Mensch wünscht sich Normalität, keinen Sonderstatus!“ Das unterstrich der Diplom-Psychologe Dr. Ludwig Althaus, der auf der Mitgliederversammlung des Hospiz-Teams Abendstern e. V. im Kulturkeller Salzbergen zum Thema „Psychologie in der Hospiz- und Palliativmedizin“ referierte.

Großes Interesse fand der Vortrag vor dem Hospiz-Team zum Thema „Psychologie in der Hospiz- und Palliativmedizin.“ Im Bild (von links): Helmut Heitz, Dr. Ludwig Althaus, Anni Brinker, Hannelore Hasken und Franz Stoll.

Foto: Anne Bremenkamp

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Dr. Althaus ist Psychoonkologe im Mathias-Spital Rheine und verwies darauf, dass die Psychoonkologie zwei Ziele verfolge: den Erhalt der Lebensqualität und die Lebensverlängerung. In der Palliativmedizin bedeute dies, dem Patienten die Lebensfreude trotz oder mit seiner Erkrankung zu erhalten. „Die Palliativstation ist entgegen weit verbreiteter Meinung nicht die Endstation“, so Dr. Althaus. Die Diagnose einer unheilbaren Erkrankung wie z.B. Krebs löse im Kopf des Betroffenen sofort den Gedanken „Tod“ aus. Dieser trete jedoch oft erst Monate oder gar Jahre nach der Diagnose ein, so dass der Tod nicht im Mittelpunkt der Palliativmedizin stehe. „Natürlich erleben wir auf der Palliativstation auch traurige Fälle, aber es wird viel gelacht“, so der Psychologe, der die vier wesentlichen Bereiche vorstellte, die einem Menschen in schwieriger Situation helfen, statt eines Wartens auf den Tod die Lebenslust zu behalten. „Sprechen Sie offen über ‚negative‘ Gefühle“, so Dr. Althaus, der die Hospizler darauf hinwies, dass alle Regeln auch auf die Hospizarbeit übertragbar seien. Angst und Depressionen seien angesichts einer unheilbaren Krankheit durchaus angemessen, das Bejahen dieser Gefühle sorge für seelische Entlastung, die Angst werde so kleiner und beherrschbarer.

Zur Unterstützung der Schmerztherapie und zur Linderung von Therapienebenwirkungen sei das Erlernen eines Entspannungsverfahrens wie z.B. des autogenen Trainings wichtig, das die Muskelgrundspannung senke und die Blutgefäße erweitere. „Formulieren Sie realistische Perspektiven“, appellierte Dr. Althaus weiter. Die Konzentration auf kurzfristige Ziele stärke die Lebenskraft und damit das Immunsystem. Außerdem gelte es, die Angehörigen in die Zielsetzung mit einzubeziehen. Diese sollen den Kranken nicht bremsen, sondern unterstützen und dabei auch in Gesprächen keine Schwellenangst vor den heute tabuisierten Themen „Krankheit und Tod“ haben. Aber auch die Angehörigen seien in einer Extremsituation und dürften ihre eigenen Bedürfnisse nicht hintanstellen, so Dr. Althaus, der die Hospizler einlud, die Palliativstation zu besuchen und sich selbst ein Bild zu machen. Der Vorsitzende des 66 Mitglieder zählenden Hospiz-Teams Abendstern, Helmut Heitz, verwies abschließend auf zurzeit elf Sterbe- und eine Trauerbegleitung. Aufgrund neuer Kurse für Sterbebegleitung und Trauerarbeit sei es wünschenswert, wenn weitere Personen Interesse daran hätten, dem unentgeltlich und überkonfessionell arbeitenden Aktivenkreis beizutreten.

Maximale Lebensqualität für Schwerstkranke

Vortrag auf Einladung des Hospiz-Teams Abendstern Salzbergen
 

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Auf großes Interesse stieß der Vortrag „Verbesserung der Lebensqualität für Schwerkranke“ des Mediziners Dr. Jörg Schwab (rechts), den die Vorsitzenden des Hospiz-Teams Abendstern, Helmut Heitz und Anni Brinker (v.l.) in Salzbergen begrüßen konnten.

Foto: Anne Bremenkamp
















„Palliativmedizin ist streng individuell, wissenschaftlich basiert, aufwendig und die deutsche Antwort auf Euthanasiebestrebungen.“, Das betonte Dr. Jörg Schwab, Leiter der geriatrischen Abteilung und der Palliativstation des Jakobi-Krankenhauses, während seines Vortrags zum Thema „Verbesserung der Lebensqualität für Schwerkranke“. Auf Einladung des Hospiz-Teams Abendstern e.V. referierte der Mediziner vor zahlreichen interessierten Zuhörern im Gemeindezentrum Salzbergen und stellte fest, dass Palliativmedizin entgegen landläufiger Meinung nicht bedeute, nichts mehr tun zu können, den Patienten zu bevormunden oder nur im Interesse von Krankenkassen und Rentenversicherungen zu handeln.

Palliativmedizin sei ein Handlungsansatz der Hospizarbeit und eine Methode zur ganzheitlichen Linderung von Beschwerden hinsichtlich ihrer körperlichen, sozialen, psychischen und spirituellen Dimension, so Dr. Schwab. Daher seien in der Palliativmedizin verschiedenste Berufsgruppen als Palliativfachkräfte tätig, insbesondere Pflegekräfte, Ärzte, Sozialarbeiter, Seelsorger, aber auch Beschäftigungs- oder Musiktherapeuten. „Das Hauptziel der Palliativmedizin gegenüber einem Patienten mit nicht heilbarer Erkrankung ist nicht die Gesundheit, sondern eine maximale Lebensqualität“, so der Arzt, der ausdrücklich betonte: „Jeder Kranke hat zunächst den Wunsch, gesund zu werden. Wenn dies aber nicht mehr möglich ist, dann möchte der Kranke wenigstens nicht laufend durch irgendwelche Unannehmlichkeiten und Krankheitssymptome an seine fortschreitende Krankheit erinnert werden.“

Die Grundgedanken der Palliativmedizin beruhen darauf, dass einzig der Patient entscheide, was seine individuelle Lebensqualität ausmache. „Wenn ein schwerkranker Mensch lieber Torte isst anstatt einen guten Blutzuckerspiegel zu haben, dann ist das in dem Moment das Richtige für ihn“, so Dr. Schwab, der aus dem Alltag auf der sieben Betten zählenden Palliativstation des Jacobi-Krankenhauses berichtete. Auch dort sei es ebenso wie in der Hospizarbeit wesentlich, dass Offenheit und Wahrheit als Grundlage eines Vertrauensverhältnisses sein müssten. Nur so könne dem Kranken eine kompetente Entscheidung über sein Leben ermöglicht werden.

Die Integration ehrenamtlich tätiger Menschen sei ein ganz wesentlicher Gesichtspunkt, so der Arzt. „Schwerkranke Menschen wollen nicht immer nur mit Ärzten medizinische Fachausdrücke austauschen, sie wollen ein möglichst normales Leben. Dazu gehöre auch die ganz alltägliche Kommunikation mit Mitmenschen über ganz alltägliche Dinge wie es zuvor der Tratsch mit dem Nachbarn oder das Kaffeekränzchen mit Freundinnen gewesen sei. Nicht nur daher seien auch ambulante Hospize wie das Hospiz-Team Abendstern mit seinen ehrenamtlichen Mitgliedern eine wertvolle Hilfe, den Kranken und deren Angehörigen die Tür zur Außenwelt offen zu halten, so Dr. Schwab abschließend.